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Nachtrag Bardentreffen 2015

Vom 30. Juli bis 2. August fand in Nürnberg zum 40. Mal das Bardentreffen statt – seit jeher ein Treffpunkt professioneller Singer-Songwriter, Weltmusiker und “Laien”-Straßenmusiker.

Letztere Gruppe wird in den letzten Jahren leider immer homogener und lauter: meist sind es Rock-Pop-Bands, die ihre gesamte Bandausrüstung samt Verstärker auf die Straße verlegen. Was ist passiert mit den weltvergessenen Barden, die am Straßenrand wehmütig ihre Songs schmetterten? Brauchen sie heute alle ein Mikro, um gehört zu werden? Findet die Straßenmusik ohne Verstärkung keine Zuhörer mehr? Kann ein Lovesong-schmetternder Halbstarker mit Gitarre nicht ohne Mikrofon singen und trotzdem die Herzen aller Mädchen brechen (wahlweise auch gewinnen…)?
Selbst für den wohlwollenden Zuhörer muss es eine akustische Qual gewesen sein, an jenem Wochenende durch die Innenstadt Nürnbergs zu flanieren: An jeder Ecke dröhnte und hämmerte es, selten waren Unplugged-Formationen, deren Darbietung wesentlich unaufdringlicher ist. Wo bleibt die angeblich “mediterrane Lebenslust”, auf der Homepage des Bardentreffens propagiert, wenn die Musiker, die unverstärkt spielen, zwei Stunden nach einem Platz suchen müssen, wo sie nicht rechts und links von Verstärkern übertönt werden? Erlaubt sei nur die Stromversorgung mit Akkumulatoren für einen akustischen Verstärker bis zu einer Leistung von 50 Watt pro Einzelmusiker oder Gruppe. Diese Vorgabe wurde selten eingehalten und selten beanstandet. Ebenso die Limitierung von 90 min pro Standort, an die sich jede Straßenmusik-Gruppe halten sollte. Wo bleibt da die Fairness?
So schön ein kostenloses Musikfestival mit internationalen Größen ist, man sollte dabei nicht “die kleinen Leute” dieser Veranstaltung vergessen, die das Bardentreffen zu dem machen, was es ist: die Barden am Straßenrand. Bei all dem Organisationsaufwand, der betrieben wird, um die großen Bühnen reibungslos mit bekannten Bands zu bestücken, sollten sich die Veranstalter nicht zu schade sein, für eine faire und vor allem wohlklingende Atmosphäre unter den Straßenmusikern zu sorgen.

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