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Mastering-Legende Stan Ricker ist im Alter von 79 Jahren verstorben

Stan-RickerNur wenige Monate nach dem Tod von Doug Sax verläßt uns ein weitere Mastering-Legende: Am 14. Juli erlag Stan Ricker seiner Krebserkrankung.

Stan Ricker erblickte am 14. Dezember 1935 in Marblehead, Massachusetts das Licht der Welt. Mit Musik und Tontechnik kam er denkbar früh in Berührung. So erzählte ihm seine Mutter, dass er sich bereits als Dreijähriger auf der Wilcox Gay Recordio-Maschine eines Onkels, einem Klarinettenspieler, beim Singen aufnahm. Nachdem seine Familie nach Banockburn, Illinois gezogen war, begann der damals zehnjährige Rick sowohl Tuba als auch Kontrabass zu erlernen. Der Tatsache, dass er sich selbst auch stets als Musiker sah, ist es vermutlich geschuldet, dass er die technischen Möglichkeiten eines Studios nie zum Selbstzweck verwendete, sondern immer nach den Bedürfnissen der jeweiligen Musik. Größere Bekanntheit erlangte er schließlich durch seine Entwicklung des Half-Speed-Masterings, einem Verfahren, mit dem Ricker beispielsweise alle frühen MFSL-Veröffentlichungen masterte. Sein berühmtes Kürzel “SR/2″ (Stan Ricker Halftime) in der Matrix mancher LP zeugt hiervon. Ricker widmete sein Leben der Perfektionierung des Vinyl-Sounds und erzeugte bis zuletzt Schnitte im eigenen Studio. Im Laufe seines Lebens arbeitete er für unzählige Labels wie Acoustic Productions, Columbia Records, Crystal Clear, Delos, Diskwasher, JVC, Klavier, London, Mobile Fidelity, MCA, Phillips, Pure Audiophile, RCA, Reference Recordings, Telarc, Telefunken, TL Records, V2 Records, Warner Bros und Windham Hill – um nur einige zu nennen. 1981 wurde er zum “Disk Cutting Engineer Of The Year” gewählt, 1984 zum “Recording Engineer Of The Year”. Nun ist Stan Ricker für immer von uns gegangen. Wir werden ihn vermissen. Ruhe in Frieden, Rick.

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