Archiv für Juni, 2015

Der Blues lebt…Blues Dance und Swing im Raum Erlangen-Nürnberg

Sonntag, Juni 28th, 2015

Wer glaubt, dass es Blues nur noch auf LPs und Konzerten zu hören gibt, irrt. Seit einigen Jahren wächst in der Metropolregion Nürnberg nämlich die Swing-Dance Community, wozu z.B. Lindy Hop und Blues Dance zählen. Neben festen Kursen im Unisport und der Katholischen Hochschulgemeinde Erlangen (KHG http://www.khg-erlangen.de/veranstaltungsdetails/regelmaessiges/lindy-hop-anfaengerkurs.html) gibt es regelmäßige Swing-Abende in Erlangen (E-werk) und Fürth (Kofferfabrik, http://www.thatswing.de/thatcottonclub) , auf denen fleißig getanzt wird. Schnuppert man einmal hinein in die bluesig-swingende Luft dieser Community, kann man sich ihr kaum noch entziehen. Man trifft die gleichen Leute bei verschiedenen Events, weil sich keiner, der dem Swing und Blues verfallen ist, ein Event entgehen lassen will…

Blues, was ist das eigentlich? Ein Lebensgefühl, eine Musikrichtung, eine Attitüde? Es ist alles miteinander, getragen von einer langen Tradition und großer Kreativität. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts entstand der Blues in den USA als Unterhaltungsmusik der Afro-Amerikaner aus den Südstaaten. Blues enthält Elemente europäischer, karibischer und afrikanischer Musik und dreht sich oft um „blue moods“, d.h. traurige Anlässe um Musik zu machen. Allen voran natürlich die (unerwiderte) Liebe. Ein sehr swingendes Beispiel dafür: Eyeryday I have the blues…https://www.youtube.com/watch?v=NZpevSkpLiI. Unzählige Musiker widmeten ihr Leben dem Blues, entwickelten ihn weiter und hielten ihn lebendig. Einige hübsche Hörbeispiele für den neugierigen Leser: https://www.youtube.com/watch?v=hRu7Pt42x6Y https://www.youtube.com/watch?v=9VxYAAe6CdI

Ach ja, das Beste zum Schluss: was steht auf dem Grabstein eines Bluesmusikers? Richtig, „I didn’t wake up this morning…“

James Last gestorben

Sonntag, Juni 14th, 2015

Vergangenen Dienstag starb James Last, als Hans Last 1929 in Bremen geboren, in Florida. Als Todesursache wurde Organversagen angegeben. Last hatte seit 1980 in Florida gelebt, vorher hatte er lange Zeit in Deutschland als Bandleader, Arrangeur und zu Beginn seiner Karriere als Jazz-Bassist gearbeitet. Ab 1950 wurde er dreimal in Folge vom Herrenmagazin „Die Gondel“ zum besten Jazzbassist gekürt. 1955 wurde er als Bassist für die NWDR Big Band engagiert, in der er zehn Jahre spielte, bevor er sich bei Polydor einen eigenen Namen machte. Von diesem Label erhielt er auch den Künstlernamen „James Last“, den er fortan verwendete. Markenzeichen auf den LPs bei Polydor war außerdem die „Schattenschrift“, mit der Lasts Namenszug unterlegt war.
JAMES LASTJames Last begründete mit seinen Streicher-lastigen Arrangements den „Happy Sound“, den er mit dem James Last Orchestra in die ganze Welt exportierte. Tourneen und Auftritte in Kanada, den USA, UDSSR, Asien und Großbritannien belegen den großen Erfolg des Orchesters. Kennzeichen von Lasts Sound waren reduzierte und geschickte Arrangements mit viel Streicherklang und eine hörtechnisch perfekt ausgeklügelte Aufstellung des Orchesters (z.B. Stereo-Trompetenklang von zwei Seiten). Last verkaufte in seinem Leben mehr als 80 Millionen Tonträger und war damit bei Polydor zeitweise für ca. 30% der Verkäufe verantwortlich. 17mal erhielt er Platin, 207mal die Goldene Schallplatte.
Auch in der Filmmusikbranche war er begehrt: er schrieb unter anderem den Soundtrack für „Der Kapitän“ mit Heinz Rühmann und die 2007 erschienene Komödie „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ von Leander Haußmann.
Kritiker bezeichneten den „Happy Sound“ als „akustischen Milchbrei“, wie auch immer man ihn aber nennen mag, Fakt ist: mit diesem Sound begründete der Musiker großen kommerziellen Erfolg auf der ganzen Welt, er traf damit den Nerv der Zeit. Und was kann man als Musiker Tighteres erreichen als den Puls der Zeit mitzuspielen?