Archiv für November, 2014

Musik in der Metropolregion Nürnberg: Paulus-Oratorium in St. Sebald am 16. November

Dienstag, November 11th, 2014

Für alle Freunde der Romantik und alle diejenigen, die sich musikalisch auf die erwartungsfrohe, musikalisch spannende Vorweihnachtszeit einstimmen wollen, gibt es am kommenden Sonntag, den 16. November, einen besonderen Leckerbissen: die Sebalder Kantorei (Nürnberg) führt zusammen mit der Neustädter Kantorei (Erlangen) unter der Leitung von Bernhard Buttmann Felix Mendelssohn-Bartholdys „Paulus“ auf. Los geht es um 19:30 Uhr, Karten können online erworben werden unter http://www.sebalduskirche.de/index.php?id=196 . Mehr Informationen sind auf der Homepage der Sebalder Kirchenmusik zu finden http://www.sebalduskirche.de/index.php?id=253.

Vergangenen Sonntag wurde schon die Neustädter Kirche in Erlangen von den gewaltigen Klängen des Oratoriums erfüllt, dort allerdings unter der Leitung von Ekkehard Wildt, der die Neustädter Kantorei leitet. Es ist nicht das erste Projekt, was die beiden Chöre zusammen auf die Beine gestellt haben. Zusammen mit dem Nürnberger Bachorchester und vier versierten Solisten (darunter Falko Hönisch als Paulus) stemmten die Chöre das zweieinhalb Stunden dauernde, von Mendelssohn Bartholdy in vier Jahren komponierte Meisterwerk. Innerhalb der zweieinhalb Stunden werden alle Nuancen zwischen zärtlicher Götterverehrung, hingebungsvollem Glauben bis hin zum wütenden Hass der hetzenden Meute („Steiniget ihn!“) von den Ausführenden durchlebt, was, zumindest vergangenen Sonntag, zu einminütiger Anspannungsstarre nach Verklingen des Schlussakkords geführt hat. Erst dann entspannte sich der Dirigent, legte den Dirigierstab nieder und entließ Chor, Orchester und Solisten in die Entspannung.

Neben dem „Elias“ ist das Paulus-Oratorium das einzige von Mendelssohn-Bartholdy vollendete Oratorium. Es gliedert sich in zwei Teile und erzählt die Wandlung des Apostels vom Saulus zum Paulus, bewirkt durch das Schlüsselerlebnis, der Begegnung mit Jesus Christus auf dem Weg nach Damaskus. Besonders hervorzuheben ist die eindrückliche, mit einem festlichen Bläsersatz unterlegte Bearbeitung des Chorals „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, der es vermochte, noch in der x-ten Chorprobe ein Gänsehautfeeling hervorzurufen. Gänsehaut, das ist es, was man sich erwarten darf, wenn man auf Musik für gewöhnlich emotional reagiert. Das ist Musik, die bewegt!