Archiv für Oktober, 2014

Jeanne Carroll – Wild Women Don’t Have No Blues (180 g, rotes Vinyl)

Donnerstag, Oktober 9th, 2014

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Hier kommt eine der faszinierendsten Blues-Neuerscheinungen 2014.
Bisher unveröffentlichte Studio-Aufnahmen der legendären Jazz- und Blues-Sängerin Jeanne Carroll. Jeanne Carrol
l wurde 1931 in Ruleville / Mississippi geboren und verstarb am 9. August 2011 in Aalst / Belgien, nachdem sie 2 Tage zuvor bei einem Live-Auftritt auf offener Bühne zusammengebrochen war.
Carroll arbeitete mit vielen namhaften Künstlern der Jazz- und Blues-Szene zusammen, wie z.B. mit Duke Ellington, Count Basie, Louisiana Red oder Lil Armstrong, der Frau von Louis Armstrong. 1969 veröffentlicht sie mit Little Brother Montgomery das Album „No Special Rider“. Es folgten LP-Einspielungen mit Blind John Davis, Willie Dixon und Franz Jackson. Mit letztgenanntem war sie viele Jahre auf Tournee und sang auch im Rahmen der Truppenbetreuung für US-Soldaten. Mit Wolfgang Bernreuther veröffentlichte sie 1993 ihre erste Solo- LP „My Style Is Different“ (Bellaphon/L+R Records). Diese Aufnahme ist mittlerweile eine stark gesucht Rarität.
Im Jahr 2000 spielte sie mit ihm ein weiteres Studio-Album ein, das bis dato unveröffentlicht geblieben ist. Jeanne wollte hier noch einmal ihre ganz persönlichen Lieblingslieder von anderen Künstlern aufnehmen. Das Titelstück“ Wild Women Dont Have No Blues“ trifft mit seinem Mid-Tempo-Groove auch gleich die Seele dieser faszinierenden Musik. Fritz Rau sagte einst: „Blues ist mein Soul-Food“. Und dieses Stück steht dafür wie kaum ein anderes.
Wunderschön und tiefgehend „St. James Infirmary“ oder „Cherry Red“. Tim Hickey aus Chicago verdeckt diese Songs mit seiner herrlich leichtjazzig gespielten halbakustischen Gibson-Gitarre. Rudi Bayer zupft einen fantastisch knochentrockenen Kontrabass, der einen enggeknüpften Rhythmusteppich webt. Wolfgang Bernreuther spielt durchgehend seine geliebte akustische Gitarre und lässt die Blue Notes nur so perlen. Man höre und genieße“Good Morning Blues“. Die Aufnahmen sind perfekt eingefangen, sehr luftig, sehr duftig und räumlich ausgewogen mit einem wunderbaren Drive. Jedes Instrument ist ortbar und Carroll Stimme schwebt gleichsam wie der Spirit einer längst vergangenenZeit im Raum. Der Sound-Zauberer Wolfgang Feder hat beim Remastering der analogen Bänder alle Register seines Könnens gezogen. Und das ist unüberhörbar. Dass diese Aufnahmen nun so frisch und ausgewogen erstmals vorliegen, ist eine kleine Sensation. Denn es gibt sie einfach nicht mehr, die authentischen alten schwarzen Blueser, sieht man von den noch lebenden Legenden B.B. King und Buddy Guy mal ab. So und jetzt kommt der Knaller. Das Album erscheint nur in Vinyl, nicht auf CD!!
Und aufgepasst: Es ist streng limitiert. 75 Stück auf 180 Gramm-schwerem, schwarzen Virgin Vinyl und 300 Stück auf 180 Gramm-schwerem transparenten, rotem Vinyl. Die Platten sind jeweils einzeln nummeriert und kommen in einer durchsichtigen Hülle. Natürlich in gewohnter und geschätzter Pressqualität von PALLAS. Und das von einer Künstlerin die 1972 von der Chicago Tribune zur „Singer of The Century“ gewähltwurde. Diese Ehrung hatte außer ihr nur noch Ella Fitzgerald. Also zugreifen. Die L’Oral sind sicher ruck zuck vergriffen und das nicht nur wegen der bevorstehenden Weihnachtszeit!!

Jeanne Carrol – Gesang
Wolfgang Bernreuther – Gitarre
Rudi Bayer – Bass
T. Hickey – Gitarre

Aufnahmen 2000.

Titel:

A – Seite
A 01 Gin House Blues 3:19
A 02 St. James Infirmary 5:55
A 03 Wild Woman Don`t Have No Blues 3:23
A 04 Cherry Road 3:29
A 05 How Long Blues 5:13

B – Seite
B 06 Good Morning Blues 6:32
B 07 Rock Me Baby 4:41
B 08 Backwater Blues 7:16
B 09 The Thrill is Gone 4:19

Malcolm Young verlässt AC/DC

Mittwoch, Oktober 8th, 2014

Nachdem im Mai dieses Jahres schon Trennungsgerüchte über AC/DC wegen des gesundheitlich bedingten Rückzugs von Malcolm Young laut wurden, wurde im September bekannt gegeben, dass der Rhythmusgitarrist die Band endgültig verlassen werde. Grund dafür sei eine durch einen Schlaganfall verursachte Demenz, die Auswirkungen auf Youngs Kurzzeitgedächtnis habe und wegen der er nicht mehr Gitarre spielen könne.

Der 61-Jährige hatte die australische Hardrock-Band 1973 mit seinem Bruder Angus gegründet. Ihre ersten großen Erfolge hatte die Band mit Bon Scott als Sänger, der jedoch 1980 verstarb. Zusammen mit Malcolm Youngs einzigartig rauhen und gut getimten Powerchords und Angus Youngs virtuosen Gitarrensoli prägte Bon Scott mit seinen meist in Kopfstimme gesungenen Parts den Sound der Band. Nach seinem Tod übernahm Brian Johnson den Sängerpart; die Band konnte an ihre vorangegangenen Erfolge anknüpfen und brachte 1980 ihr bislang erfolgreichstes Album „Back in Black“ heraus. Bis heute brachte die Band insgesamt 18 Studioalben heraus, die vielfach ausgezeichnet wurden. 2003 wurden AC/DC sogar in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Im vergangenen Jahr feierte die Band ihr 40-jähriges Bestehen und kündigte im Februar 2014 neue Studioaufnahmen sowie eine Tournee an. Im Studio wurde Malcolm Young schon von seinem Neffen Stephie Young vertreten, der ihn schon 1990 bei der Tournee zu „Blow up your video“ ersetzt hatte, als er eine Alkoholentziehungskur machte. Wie AC/DC verlauten ließen, wird Stephie Young seinen Onkel auch in Zukunft ersetzen. Damit verbleibt Angus Young nun als einziges ursprüngliches Gründungsmitglied in der Band.

Da Stephie Young schon mit AC/DC auf Tour war und beim neuen Album ausgeholfen hat, kann man annehmen, dass er fähig ist, sich gut in den Sound einzufügen. Die Frage, ob er ein würdiger Ersatz für Malcolm Young sein kann, der in seinen vierzig Jahren in der Band das Timing seiner Riffs absolut perfektioniert hat, bleibt offen. In jedem Fall geht ein herzlicher Genesungs- bzw. Besserungswunsch an Malcolm Young, dem Begründer des unvergleichlichen Sounds von AC/DC!