Archiv für August, 2013

Fritz Rau von der Bühne für immer abgetreten.

Mittwoch, August 21st, 2013

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Fritz Rau, der legendäre Konzertveranstalter ist im Alter von 83 Jahren in Kronberg/Taunus gestorben.

Rau war so etwas wie ein Papa für viele Musiker. Er holte Bob Dylan, die Rolling Stones oder Jimi Hendrix nach Deutschland. Er veranstaltete Konzerte für Miles Davis und Marlene Dietrich. Für Blues Fans unvergessen sind die Tourneen mit den von ihm und Horst Lippmann produzierten “American Folk Blues Festivals”.

Seinen 80. Geburtstag feierte er in der ehrwürdigen “Alten Oper” in Frankfurt. Hier verneigten sich vieleMusiker und Bands vor dem lautstarken, aber immer warmherzigen Menschen, darunter Peter Maffay, Udo Lindenberg mit dem Panik-Orchester, Howard Carpendale, die Barrelhouse Jazz Band, United Blues Experience, Inga Rumpf, Nana Mouscouri, Ula Meinicke oder Emil Mangelsdorff. Er schrieb auch eine Autobiographie mit dem Titel “50 Jahre Backstage”.

Die letzten Jahre seines Leben kletterte Rau öfter selbst auf die Bühne und hielt spannende Vorträge, bei denen er sich auch  immer musikalisch begleiten ließ. Jetzt wo er auf die andere Seite der Zeit gewechselt ist darf man darüber rätseln, ob er derzeit im Himmel schon an einer Tournee mit Janis Joplin oder Jim Morrison arbeitet. R.I.P.

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George Duke gestorben

Dienstag, August 20th, 2013

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„And so that’s really what we do: we are the weavers of dreams.“ (Und das ist es, was wir wirklich machen: wir weben Träume) – das sagte George Duke über die Musikertätigkeit, insbesondere über das Entstehen von Songs. Eine sehr poetische Herangehensweise, die eine Sicht auf Musik eröffnet, die über reine Technik weit hinausgeht.

Der Keyboarder, Sänger und Arrangeur, der 1946 in San Rafael (Kalifornien) geboren wurde, war ein Allroundtalent des Fusion-Jazz und wurde international geschätzt. Er absolvierte ein Bachelorstudium in Posaune, Komposition und Kontrabass, außerdem ein Kompositionsstudium an der San Francisco State University.  Musikalisch beeinflusst von Miles Davis, dem Sound von Les McCann und allgemein von Funk- und Soulmusik, wirkte Duke in verschiedenen einflussreichen musikalischen Formationen des zwanzigsten Jahrhunderts mit: er arbeitete für Frank Zappa (Mothers of Invention), spielte von 1971 bis 1972 im Cannonball Adderley Quintet, außerdem leitete er mit Billy Cobham eine Fusion-Band.

Seit Mitte der 70er Jahre arbeitete Duke auch als Produzent, sein erstes Album war „Sweet Lucy“ von Raul de Souza. Ab 2004 produzierte George Duke mit seinem eigenen Label „BPM“ („Big Piano Music“). Im selben Jahr schrieb er auch die Filmmusik zum Krimi „Never die alone“ von Ernest R. Dickinson. Seine musikalische Vielseitigkeit lässt erahnen, was für eine große Lücke George Duke hinterlässt. Er starb am 5. August in Los Angeles 67-jährig an Leukämie. Seine „dreams“ aber werden bleiben.

Der letzte Schrei bei Universal: Crowdfunding für Schallplatten

Montag, August 5th, 2013

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Wer jetzt zuerst einmal ob des Begriffes „Crowdfunding“ stutzt, dem sei erklärt: es handelt sich hierbei um eine Art der Finanzierung von Projekten oder Produkten, bei der eine Vielzahl von Geldgebern, in der Regel übers Internet, ihr Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen zur Verfügung stellen. Der Tatsache, dass meist sehr viele Kapitalgeber beteiligt sind, trägt auch der deutsche Begriff für diese Art der Finanzierung, „Schwarmfinanzierung“, Rechnung.

Nun will sich auch der Musikkonzern Universal Music dieses Konzeptes bedienen, indem er auf einem Internetportal Vinylalben zur Auswahl stellt, die bei genügend großer finanzieller Beteiligung wieder in Pressung gehen sollen. „The Vinyl Project“ soll dieses Projekt heißen, das den finanziellen Unterstützern nicht nur die frisch gepresste Scheibe, sondern auch das Recht zum Download dieses Albums und einen Druck des Cover-Artworks bieten will.

Im Gespräch für eine Neuauflage sind bisher beispielsweise die Alben „Goodbye Yellow Brick Road“ von Elton John oder „Hysteria“ von Def Leppard.

Für Liebhaber ist das eine äußerst schöne Idee. Nur: wo bleibt die Romantik des Suchens und Wartens, wenn man einfach selbst bestimmen kann, und noch dazu mittels des schnöden Geldes, welche Musik wieder auf den Markt kommt?  Wäre es nicht viel beglückender, die gewünschte, heiß ersehnte Platte auf einem Flohmarkt oder in einem Plattenladen zu finden?

Nun ja, jedem das Seine. Die Verfasserin dieses Artikels jedenfalls wird weiterhin auf die Suche nach abgegriffenen, alten Platten gehen. Und sich über jede weitere Scheibe freuen.