Archiv für Mai, 2013

Nachruf Janos Starker

Freitag, Mai 31st, 2013

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Der US-amerikanische Cellist Janos Starker ist am 28. April im Alter von 88 Jahren in Bloomington gestorben. Ursprünglich kam Starker aus Ungarn, wanderte aber 1948 in die Vereinigten Staaten aus. Starkers Familie war sehr musikalisch, seine beiden älteren Brüder spielten Geige. Er selbst wurde schon früh als Wunderkind in Ungarn bekannt. Bereits im Alter von elf Jahren wurde er an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest aufgenommen, ein Jahr später unterrichtete er fünf Schüler.

Janos Starker war Jude, den Holocaust überlebte er dank der Hilfe seines schwedischen Dozenten Valdemar Langlet, wohingegen seine beiden älteren Brüder als Zwangsarbeiter eingezogen wurden und in deutschen Arbeitslagern ums Leben kamen.

In den USA begann für Janos Starker seine eigentliche Karriere, er wurde erster Cellist einiger bedeutender Orchester, darunter das Dallas Symphony Orchestra, das Orchester der Metropolitan Opera in New York und das Chicago Symphony Orchestra. 1958 wurde er zum Professor an der Jacobs School of Music an der Indiana University berufen, wo er bis zuletzt als Lehrer tätig war. Ein Hauptanliegen seines praktischen Unterrichts war, seinen Schülern einen ökonomischen und intelligenten Körpereinsatz beim Musizieren nahezubringen, um lebenslanges Spiel mit möglichst geringen Verschleißerscheinungen möglich zu machen. Nicht umsonst war Starker mit über 80 Jahren noch ein virtuoser Cellist.

1992 wurde Starker mit einem Grammy ausgezeichnet. Er besaß zwei Instrumente, zum einen eine Lord Aylesford Stradivarius, zum anderen ein Gofriller-Cello.

Janos Starker war nicht nur in großen Orchestern und als Solo-Cellist aktiv, auch die Kammermusik lag ihm sehr am Herzen. So war er beispielsweise für drei Jahre Cellist im Roth-Quartett und bildete mit Josef Suk und Julius Katchen ein Klaviertrio.

Eine besondere Vorliebe hatte Starker für ungarische Musik des 20. Jahrhunderts, vor allem für Bartok und Kodály.

Mit Janos Starker verlässt uns laut Michael McRobbie, dem Präsidenten der Indiana University, „einer der größten Cellisten, die je gelebt haben“.  Gut, dass er gelebt hat und uns die Schönheit des oft vernachlässigten Cellos ein wenig näher gebracht hat!

Entwicklung der deutschen Musikindustrie 2012

Freitag, Mai 31st, 2013

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Vor kurzem wurden vom BVMI (Bundesverband Musikindustrie) die Jahreszahlen des Musikmarktes in Deutschland für 2012 veröffentlicht. Der BVMI vertritt die Interessen der Musikindustrie in Deutschland, vor allem in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht.

Insgesamt ist ein Rückgang im physischen Geschäft um 7,7% zu verzeichnen, wobei die physischen Produkte immer noch den Löwenanteil am Umsatz, nämlich 1,14 Milliarden Euro, ausmachen. Die CD bleibt das führende Produkt mit einem Anteil von 70,8% am physischen Geschäft, was einer Milliarde Euro Umsatz entspricht. Interessant ist, dass der Verkauf von Schallplatten um 40% zugenommen hat, sodass im vergangenen Jahr 19 Millionen Euro Umsatz über dieses Musikmedium gemacht wurden.

Der digitale Musikmarkt hat im Gegensatz zum physischen einen Anstieg um 19,3% auf 294 Millionen Euro zu verzeichnen, was ungefähr einem Fünftel der Gesamteinnahmen der Musikindustrie entspricht. Das Streamen von Musik hat im Internet die höchsten Zuwachsraten, nämlich um 38,7% auf nunmehr 36 Millionen Euro Umsatz, was aber in Relation zur gesamten Musikindustrie nur einen Anteil von 2,5% ausmacht. Mittlerweile gibt es auch 68 legale Anbieter für digitale Musik, weshalb es laut BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke „keine Ausreden“ mehr gebe, sich Musik illegal im Internet zu besorgen.

Über die verschiedenen Verkaufssparten hinweg sei das Album laut Drücke immer noch die „zentrale Währung“, so wurden im Jahr 2012 112 Millionen Alben verkauft, was einem leichten Rückgang von 1,4% entspricht.

Geschäftsführer Drücke zieht insgesamt die Bilanz einer „Marktstabilisierung mit leichtem Dämpfer“, da der internationale Trend in der Musikindustrie etwas positiver ausfällt als der deutsche.