Archiv für März, 2013

Bertelsmann kauft BMG zurück

Dienstag, März 19th, 2013

 

BMG official logo

Anfang März wurde bekannt, dass der Medienkonzern Bertelsmann mit Sitz in Gütersloh die momentan von KKR gehaltenen Anteile des einstmals komplett hauseigenen Musikverlag BMG zurückkaufen möchte. Laut Vorstandschef Thomas Rabe möchte Bertelsmann die Musik zurück in den Konzern holen, und das lässt sich Bertelsmann etwas kosten: laut dpa sei ein dreistelliger Millionenbetrag für den 51%-Anteil von BMG (Bertelsmann Music Group), dessen Gesamtwert auf ca. eine Milliarde Euro geschätzt wird, bezahlt worden. 

Bertelsmann beendet mit diesem Kauf ein langes Hin und Her nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“. Nach der Fusion der Musiksparte von Bertelsmann mit der Musiksparte des Sony Konzerns zu Sony BMG Music Enternainment im Jahr 2004 wurde BMG Music Publishing zwei Jahre später an Universal Music verkauft. Weitere zwei Jahre später, 2008, stieg Bertelsmann aus dem Joint Venture mit Sony aus, wobei BMG weiterhin existierte und nun als BMG Rights Management  für Bertelsmann eine neue Sparte repräsentierte. 51% von BMG Rights Management wurden seit 2009 von Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) gehalten, welche jetzt zurückgekauft wurden. So hält die Bertelsmann AG wieder sämtliche Anteile am mittlerweile viertgrößten Musikverlag weltweit, der laut einer Schätzung des Billboard Magazins jährlich 325 Millionen Dollar umsetzt. Nicht zuletzt deshalb muss der Rückkauf des Verlags noch von den Kartellbehörden geprüft werden. 

BMG Rights Management hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Musikrechte zu verwalten, vermarkten und zu verwerten und dabei ein besonderes Augenmerk auf das Wohlergehen und die Bedürfnisse der Künstler und Autoren zu haben. BMG versteht sich demnach als Dienstleister für Komponisten und Songwriter und vergibt beispielsweise Lizenzen für urheberrechtlich geschützte Melodien, damit diese nicht kostenlos in Werbespots oder als Klingeltöne genutzt werden können und die Künstler von sämtlicher Nutzung ihrer Werke „etwas haben“. BMG arbeitete zum Beispiel schon mit Nena oder Peter Fox zusammen.

Insgesamt scheint die Idee des Unternehmens in der Zeit von illegalen Downloads, gebrannten CDs und Youtube sehr lukrativ zu sein, umso mehr muss man den Rückkauf der Sparte durch Bertelsmann kritisch beäugen, denn dadurch liegt nun dieses gesamte Geschäft in den Händen eines ohnehin schon mächtigen Medienkonzerns.

Nachruf Larry Marks von Boxstar Records

Freitag, März 1st, 2013

Larrymarks

Der Mitbegründer des Labels BoxStar Records, Larry Marks, ist tot. Er starb überraschend letzten Sonntag nachts.

2008 hatten Marks und sein Kollege David Fonn BoxStar Records gegründet. Seither hatte sich das Label schnell vom Geheimtipp zum Spitzenlabel für Freunde audiophiler Veröffentlichungen entwickelt. Vor allem die Reissues, die von Mastering-Legende Bernie Grundman überarbeitet werden, haben weltweit zahlreiche Fans.

Larry Marks Karriere im Musikgeschäft begann schon lange vor BoxStar: 1957 schrieb er den Song “Available” für Frank Sinatra, dessen Erfolg ihm zahlreiche Türen öffnete: sein Weg führte ihn über Columbia Records und A&M zu zahlreichen erfolgreichen von ihm produzierten Alben, wie etwa “The Gilded Palace Of Sin” von den “Flying Burrito Brothers”. Auch zahlreiche Filmkomponisten wie beispielsweise Alan Silvestri ließen sich von Marks’ Management-Firma vertreten. Und, ganz nebenbei, gehörte ihm auch noch die Acoustic Control Corporation, eine Firma für High-End-Verstärker für Musikinstrumente.

Larry Marks große Liebe aber war die audiophile Vinyl-Produktion. Nachdem sich sein Co-Chef David Fonn vor einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, steht BoxStar nach Mark’s Tod nun erst einmal da wie ein Schiff, das auf offener See den Kapitän verliert. Wir können nur hoffen, dass die Musikwelt nicht nach diesem großen Mann auch noch dieses großartige Label verlieren wird.