Archiv für Oktober, 2012

Nils Koppruch, einer der größten deutschen Singer-Songwriter, ist gestorben.

Freitag, Oktober 12th, 2012

Dass es in diesem Blog zuweilen regelrecht Nachrufe hagelt, ist eine traurige Angelegenheit. Und bitte glauben Sie uns, wir würden auch lieber ständig über klappbare Plattenspieler, High-End-Messen, Konzerte und andere heitere Themen schreiben. Aber manchmal muss man eben doch ein paar ernste Worte verlieren.

Nils Koppruch, Liedermacher und Maler, Country-Poet aus Hamburg und aus Leidenschaft, ist am 10. Oktober überraschend im Alter von 46 Jahren gestorben. Den Autor dieses Blog-Artikels berührt dies aus einem ganz persönlichen Grund. Zu meiner Schande muss ich nämlich gestehen, dass ich Nils Koppruch bis vor wenigen Wochen überhaupt nicht kannte, nur vielleicht den Namen ein oder zweimal gehört hatte. Aber vor einigen Wochen traf bei Da capo die Platte “Kid Kopphausen I” ein, eine Zusammenarbeit zwischen Koppruch und seinem 20 Jahre jüngeren Gesinnungsgenossen und Deutsch-Indie-Wunderkind Gisbert zu Knyphausen. Besagte Platte gehörte meines Erachtens zu den in der deutschsprachigen Musik so überaus selten gewordenen Glanzmomenten: musikalisch stimmig, textlich voller Poesie, und von vorne bis hinten mit einem ganz eigenen unverfälschten Charakter. Da denkt man sich: fein, dass es solche Überraschungen noch gibt, und schön, dass die römische Eins im Albumtitel verheißungsvoll auf ein zu erwartendes zweites Album hinweist! Und jetzt? Nix da. Nils Koppruch reiht sich still in die lange Reihe grandioser Musiker ein, die von der Bühne gehen mussten, ohne noch eine Zugabe geben zu können. Zu früh, zu plötzlich, und hier leider auch viel zu wenig beachtet. Ich persönlich kann nur jedem raten, Nils Koppruchs Musik anzuhören, und vielleicht aus dieser kleinen Geschichte zu lernen, dass man immer auf der Suche sein sollte. Denn keine Musik spielt ewig, und man muss zuhören, so lange sie spielt.