Archiv für Mai, 2012

Donna Summer, Robin Gibb, Donald Dunn

Montag, Mai 21st, 2012

Innerhalb nur einer einzigen Woche ist die Musikwelt um drei ihrer Großen ärmer geworden.

Am 17. Mai verstarb Donna Summer 63-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung. Die amerikanische Königin des Disco-Pop feierte ihre weltweit größten Erfolge in den 70er Jahren mit Hits wie “Hot Stuff” oder “Love To Love You Baby”. Ihr Weg zur musikalischen Weltspitze begann allerdings nicht in Amerika, sondern in Deutschland, wo sie in der deutschsprachigen Erstaufführung des Kult-Musicals “Hair” die Rolle der Donna verkörperte. Nach den siebziger Jahren wurde es still um die Pop-Diva, doch diese bekannte später, diese Ruhe nach dem Sturmhätte ihr gut getan: sie konnte Depressionen und Medikamentensucht überwinden, und sich wieder der Malerei widmen, einem Hobby, dass sie bereits während ihrer Zeit in München pflegte.

Mit Robin Gibb verstarb am 20. Mai der zweite der drei Gebrüder Gibb, die als “The Bee Gees” einer ganzen Generation ihren Musikstil mit auf den Weg gaben. Insbesondere der Soundtrack zum legendären Film “Saturday Night Fever” sicherte den drei Australiern einen ewigen Platz in den Annalen der Musikgeschichte. Für einen Großteil der Songs der Bee Gees zeichnete Robin Gibb als Komponist und Texter verantwortlich, und sorgte so sogar für eine Platzierung der Band im Guinessbuch der Rekorde – als erfolgreichste “Familienband” aller Zeiten. In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Gibb mit viel Energie für die Sicherung von Urheberrechten und die Belange von Komponisten und Musikern weltweit ein. Sein früher Tod im Alter von 63 Jahren als Folge einer Krebserkrankung stellt eine traurige Parallele zum Tod seines Zwillingsbruders Maurice vor neun Jahren dar.

Und schließlich gelten die Gedanken dieses Blog-Eintrags last but not least einem der “kleinen Großen”: Donald “Duck” Dunn starb am 13. Mai 69-jährig in der Nacht nach seinem letzten Auftritt. Sollte Ihnen der Name Donald Dunn vielleicht auch kein Begriff sein – gehört haben Sie ihn mit Sicherheit schon einmal: Dunn begleitete als E-Bassist im Studio und auf der Bühne Booker T. Jones, Muddy Waters, Freddie King, Jerry Lee Lewis, Eric Clapton, Rod Stewart, und und und… Seine Bass-Lines und sein stahlbeton-stabiler Groove machten ihn zeitlebens zu einem der gesuchtesten Sidemen der ganzen Blues-, Rock- und R’n’B-Szene. Kultcharakter erreichte Dunn als Mitglied der Blues-Brothers-Band: seine Auftritte im Kultstreifen “Blues Brothers”, mit Lockenmähne und stets qualmender Pfeife im Mundwinkel dürften wohl jedem im Gedächtnis geblieben sein, der den Film gesehen hat. Es sind eben nicht nur die großen Stars, von denen die Musikwelt lebt, sondern auch die unauffälligen Arbeiter im Hintergrund. “Wir hatten eine Band, die stark genug war, um Ziegenpisse in Benzin zu verwandeln”, so Donald Dunn im Film “Blues Brothers”. Zum Großteil sein Verdienst.

Nachschau zur High End 2012

Montag, Mai 21st, 2012

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Vor einer knappen Woche ging sie wieder zu Ende: die High End in München, “die” Fachmesse für HiFi- und Audioequipment. Zum 31. war die High End dieses Jahr Treffpunkt für HiFi-Liebhaber aus aller Herren Länder, und wieder konnten erfreuliche Zuwächse bei Aussteller- und Besucherzahlen festgestellt werden. 366 Aussteller, 9% mehr als letztes Jahr, versammelten sich dieser Jahr in München, und wurden zum Publikumsmagneten für knapp 15000 Besucher. Die Herkunftsländer von Ausstellern wie Besuchern verteilen sich fast zu gleichen Teilen auf Deutschland, das europäische Ausland sowie Asien und die USA. Die High End wird also nicht nur immer beliebter, sondern auch immer internationaler.Irgendwie muss einen das als passionierten Musikliebhaber doch freuen, oder? Weist es doch darauf hin, dass es selbst in Zeiten permanenter allgegenwärtiger Dauerbeschallung, einer beinahe schon inflationären Verfügbarkeit von Musik, in Zeiten, in denen jeder via mp3-Player seine kleine abgeschottete Musikwelt mit sich herumtragen kann, dass es selbst in solchen Zeiten noch Leute gibt, die sich nicht so einfach abspeisen lassen. Leute, für die Musik mehr ist als nur ein billiges Konsumgut “to go”, nämlich ein hochwertiges, liebevoll gemachtes Stück Arbeit, das es verdient, auf ebenso hochwertigen Medien transportiert und auf ebenso hochwertigen Geräten abgespielt zu werden. Und diese Leute werden offenbar nicht weniger, sondern mehr. Ja, das freut einen.

Auch für uns von Da Capo war die High End wie jedes Jahr wieder ein besonderes Erlebnis. Der Besucheransturm bei uns war ebenso erdrückend wie erfreulich, und so manche Schallplatte fand auf der High End bei uns einen glücklichen neuen Besitzer. Als besonderen Gast durften wir Jazztrompeter Joo Krauss zur Signierstunde begrüßen (wir berichteten früher in diesem Blog über die Aufnahmen zu seinem neuen Live-Album “Captured For Good”), was quasi das Sahnehäubchen auf vier spannende, spaßige, anstrengende und anregende Tage High End darstellte. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.