Archiv für Februar, 2012

Louisiana Red im Alter von 79 Jahren verstorben

Dienstag, Februar 28th, 2012

Am Samstag verstarb einer größten Blues-Musiker in einem Krankenhaus in Hannover, der als Iverson Minter geborene Louisiana Red.
Geboren wurde er am 23.März 1932 in Bessemer/Alabama.Louisiana Red hatte ein schweres Leben. Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt an Lungenentzündung, der Ku Klux Klan verbrannte verbrannte seinen Vater bei lebendigem Leib, als Red 5 Jahre alt war. Danach lebte er bei seiner Großmutter und in Waisenhäusern. Seine erste Frau starb 1972 an Krebs.
Erste Aufnahmen machte er bereits als 17-jähriger in Detroit. In den 50er Jahren war er gemeinsam mit John Lee Hooker im Studio (John Lee Hooker: Driftin´Through The Blues). Stark beeinflußt war er von Muddy Waters, den er auch Papa nannte. Sein erstes Solo-Album “Low Down Back Porch Blues” erschien 1963. In Europa wurde Louisiana Red durch einen Auftritt beim Jazz-Festival Montreux 1975 und eine Aufzeichnung des WDR Rockpalasts 1976 bekannt. Fritz Rau und Horst Lippmann präsentierten ihn gleich dreimal im Rahmen der American Folk Blues Festivals (1980/81 und 1983). Im Film “Comeback” spielte er an der Seite von Eric Burdon.
Red beherrschte alle Spielarten des traditionellen Blues. Er galt als Meister des Bottlenecks. Kein Konzert glich dem anderen. Die Blues-Welt hat einen großartigen Musiker und Menschen verloren. R.I.P.

Schon GEZahlt? – Neue Rundfunkgebühren ab 1.Januar 2013

Dienstag, Februar 14th, 2012

Ab 2013 sollen die Zwangs-Rundfunkgebühren für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme und deren Online-Angebote nicht mehr pro Empfänger sondern pro Haushalt erhoben werden. Dabei wird für jeden Haushalt eine Zwangsabgabe von knapp 18 Euro pro Monat fällig. Abgedeckt sind dabei sämtliche Empfangsgeräte, wie Fernseher, Radio, PC oder auch kein empfangsbereites Gerät. Jeder registrierte Teilnehmer bei der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) muss ab dem 1.Januar 2012 bei seiner zuständigen Landesrundfunkanstalt seine erfassten Daten aktualisieren oder einen Antrag auf Befreiung von der Gebührenzahlung stellen. Noch nicht gemeldete Personen oder Unternehmen gelten ab dem 1.Januar 2013 aufgrund ihrer bei der zuständigen Landesrundfunkanstalt erfassten Daten automatisch als Beitragsschuldner. Dabei pflegt die GEZ schon jetzt eine der umfassendsten Datensammlungen über die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland. Alleine im Jahr 2002 wurden von den bundesdeutschen Meldebehörden über zwölf Millionen Datensätze von Bürgern an die GEZ übermittelt. Außerdem kauft die GEZ Adressdaten von kommerziellen Adresshändlern ab.  Die Rundfunkanstalten berufen sich auf ihr verfassungsrechtliches Privileg der Rundfunkfreiheit, so dass für sie keinerlei datenschutzrechtliche Einschränkungen gelten und sie ihre Sammelwut über “Kundendaten” voll ausleben können.

Für Zweit- oder Ferienwohnungen in Deutschland müssen deren Besitzer ebenfalls Rundfunkgebühren zahlen. Auf Antrag kann befreit werden, wer u.a. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter, Bafög, Ausbildungsgeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhält. Menschen mit Seh- und Hörschwäche können sich ebenfalls bei entsprechendem Grad ihrer Behinderung befreien lassen. Unternehmen zahlen ihre Gebühr pro Filiale und gestaffelt nach Anzahl der jeweils dort beschäftigten Mitarbeiter. Für Kleinunternehmen gilt ein ermäßigter Satz (1/3).

Die amerikanische Pop-Diva Whitney Houston starb am 11.Februar 2012

Dienstag, Februar 14th, 2012

Die Grammy Verleihung ist traditionell das große Schaulaufen der Musikszene. Es versammelt sich alles was Rang und Namen hat oder gerne hätte. Doch dieses Jahr steht die glamouröse Veranstaltung unter einem dunklen Schatten. Es scheint zweitrangig, dass die junge Sängerin Adele nach ihrer Stimmband OP alle sechs Grammys, für die sie nominiert war mit nach Hause nimmt oder dass die Foo Fighters in allen vier Rock-Kategorien siegreich sind, denn eine der größten Stimmen ist für immer verstummt. Noch am Vorabend, sollte Whitney Houston auf dem traditionellen Grammy Dinner, das Clive Davis, der sie einst entdeckte, jedes Jahr ausrichtet, singen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn wenige Stunden zuvor, wurde die Sängerin leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden.

Ihre große Gesangskarriere wurde ihr regelrecht in die Wiege gelegt: Ihre Mutter war Backgroundsängerin bei Elvis Presley, die Cousinen machten sich einen Namen in der Soul-Szene und ihre Patin war Aretha Franklin höchstpersönlich. Mit ihrer klaren, schier mühelos die schwierigsten Passagen meisternden Stimme sorgte das selbstbetitelte Debütalbum 1985 für Aufsehen in der Musikszene. Sie hatte die Stimme, die jeden berührte, ihr Gesang kam tief aus der Seele. Unverbraucht und frisch sorgte die junge Künstlerin für Gänsehaut und Rührung. Ihre größten Hits wurden der Inbegriff von Gefühl, Romantik und vor allen Dingen sängerischer Perfektion. Versucht haben sich viele an Songs wie “I Will Always Love You” oder “One Moment in Time”, doch bei niemandem gelangen sie so authentisch, so groß, so perfekt und unangestrengt, wie sie Houston darbot. Auch auf der Leinwand verzauberte sie die Menschen, als sie an der Seite von Kevin Costner in „Bodyguard“ die weibliche Hauptrolle verkörperte. Im R’n’B-Sänger Bobby Brown, den sie 1992 heiratete, schien sie ihre große Liebe gefunden zu haben, doch es folgte der Absturz. Gewalt in der Ehe, Drogenabhängigkeit – aus der strahlenden, unverbrauchten Schönheit mit der unglaublich großen Stimme wurde eine tragische Heldin, die – wie so viele ihrer Kollegen – an ihrem Umfeld zerbrach. Whitney Houston wurde nur 48 Jahre alt und hinterlässt eine 18jährige Tochter.

R.I.P. Etta James

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

EttaJames

Gerade mal fünf Tage vor ihrem 74. Geburtstag – und drei Tage nach dem Tod ihres Entdeckers Johnny Otis – am 20.Januar 2012 verstarb die legendäre Sängerin Etta James an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Mit ihrem größten Hit “At Last” von 1961 schrieb die amerikanische Blues-, Jazz- und Soul-Legende Musikgeschichte. Der Song selbst war zu diesem Zeitpunkt schon 20 Jahre alt, wurde aber erst durch ihre Interpretation zum Welterfolg. Kein Wunder also, dass der Song immer wieder gerne neu aufgenommen wird (u.a. Celine Dion) oder bei großen Ereignissen gespielt wird, wie z.B. bei der Amtseinführung von Barack Obama. Sie war die Meisterin des Souls und Blues, probierte sich aber auch an Country, Jazz und Rock’n’Roll. Gekrönt wurde ihr musikalisches Leben mit der Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall Of Fame (1993) sowie dem Stern auf dem Walk Of Fame in Hollywood (2003). Außerdem gewann James 4 Grammys und insgesamt 17 Blues-Auszeichnungen. Eine volltönende, ausgereifte Stimme war ihr Markenzeichen.

Etta James, alias Jamesetta Hawkins wurde schon als junges Mädchen von Johnny Otis entdeckt, der ihr zu ersten Verträgen verhalft. Schon im Jugendalter konnte sie mit “Roll With Me, Henry” – besser bekannt als “The Wallflower” Erfolge feiern. Der große Durchbruch gelang ihr in den 60er Jahren nach dem Wechsel zum legendären Label Chess Records. Allein zwischen 1960 und 1963 war die Sängerin mit 10 Platten in den R&B Charts vertreten. Es folgten kriminelle Jahre: Sie war heroinsüchtig, fälschte Rezepte und bestahl Freunde. Nach ihrem Entzug 1974 kehrte sie zurück auf die Bühne und engagierte sich fortan in Anti-Drogen-Projekten.