Archiv für November, 2011

Universal und Sony teilen sich EMI

Donnerstag, November 24th, 2011

EMI

Das jahrelange Tauziehung um das britische Traditionslabel EMI ist nun endgültig beendet. Nun steht fest: EMI wird nach acht Jahrzehnten und unzähligen Hits zerschlagen und die Geschäftsbereiche an die Konkurrenz verteilt. Der Bereich Tonträgerschaft geht für 1,4 Milliarden Euro an Universal Music und der Bereich Verlagsgeschäft (mit seinen Rechten an rund 1,3 Millionen Songs!) geht für 1,6 Milliarden Euro an Sony/ATV.

Schon seit Jahren kämpfte EMI gegen den Untergang und eines ist definitiv klar: Sein Verschwinden stellt einen historischen Einschnitt dar. Unter den vier großen, weltweit agierenden Plattenfirmen Universal, Sony und Warner, stand EMI als Kleinste an vierter Stelle, obwohl sie diejenige mit der längsten Tradition ist. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1898, als der deutsch-amerikanische Schallplatten-Pionier Emil Berliner die Gramophon Company gründete, die 1931 schließlich mit der Columbia Graphophone Company zu EMI fusionierte. Im gleichen Jahr gründete EMI die legendären Abbey Road Studios in London, die spätestens durch die letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles (“Abbey Road”) zur Kultstätte für Musiker wurde.

Bekannte Künstler wie Katy Perry, Kylie Minogue, Norah Jones oder Bands wie Coldplay, Depeche Mode, Pink Floyd oder die Gorillaz stehen bei EMI unter Vertrag. Schwer zugesetzt hat dem Unternehmen die Abwanderung des Musikgeschäfts ins Internet sowie die Abwendung von großen Stars wie Robbie Williams, Paul McCartney und den Rolling Stones. Der frühere Inhaber, der Finanzinvestor Terry Firma von Guy Hands, musste EMI schließlich der amerikanischen Großbank Citigroup überlassen, die seit Sommer nach einen geeigneten Käufer für die beiden Sparten suchte.

Obwohl reges Interesse bei allen großen Musikkonzernen – auch Warner und BMG gaben ihre Angebote ab – bestand, machten Universal und Sony das Rennen.