Fender plant Börsengang

12. März 2012

Fender Logo

Fast jeder Gitarrist träumt davon eine Fender zu besitzen. Insbesondere die Stratocaster hatte es den Rockern angetan, vor allem weil der legendäre Jimi Hendrix eine spielte – und anzündete. Queen-Gitarrist Brian May hätte gerne eine gehabt, also hat er sich gemeinsam mit seinem Vater eine vergleichbare Gitarre nachgebaut – heute ist die Red Special selbst Kult. Rory Gallaghers Stratocaster zeigt wie kaum eine andere die Narben des jahrelangen Einsatzes. Die Liste der legendären Gitarristen ist lang, die ihre Riffs auf einer Fender in die Ohren ihrer begeisterten Anhänger schickten. Nun plant die Fender Musical Instruments Corporation den Börsengang. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in den 1940ern, als Leo Fender mit der Entwicklung elektronischer Gitarren begann. 1965 verkaufte er das Unternehmen an CBS und 20 Jahre später übernahm eine Gruppe aus Mitarbeitern und Investoren das Geschäft. Heute ist Fender Marktführer, produziert neben E-Gitarren auch akustische, E-Bässe und Verstärker. Durch den Börsengang erhofft sich das Unternehmen, das im vergangenen Jahr seinen Gewinn um 14% steigern konnte, nun bis zu 200 Mio. Dollar von Investoren.

 


Louisiana Red im Alter von 79 Jahren verstorben

28. Februar 2012

Am Samstag verstarb einer größten Blues-Musiker in einem Krankenhaus in Hannover, der als Iverson Minter geborene Louisiana Red.
Geboren wurde er am 23.März 1932 in Bessemer/Alabama.Louisiana Red hatte ein schweres Leben. Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt an Lungenentzündung, der Ku Klux Klan verbrannte verbrannte seinen Vater bei lebendigem Leib, als Red 5 Jahre alt war. Danach lebte er bei seiner Großmutter und in Waisenhäusern. Seine erste Frau starb 1972 an Krebs.
Erste Aufnahmen machte er bereits als 17-jähriger in Detroit. In den 50er Jahren war er gemeinsam mit John Lee Hooker im Studio (John Lee Hooker: Driftin´Through The Blues). Stark beeinflußt war er von Muddy Waters, den er auch Papa nannte. Sein erstes Solo-Album “Low Down Back Porch Blues” erschien 1963. In Europa wurde Louisiana Red durch einen Auftritt beim Jazz-Festival Montreux 1975 und eine Aufzeichnung des WDR Rockpalasts 1976 bekannt. Fritz Rau und Horst Lippmann präsentierten ihn gleich dreimal im Rahmen der American Folk Blues Festivals (1980/81 und 1983). Im Film “Comeback” spielte er an der Seite von Eric Burdon.
Red beherrschte alle Spielarten des traditionellen Blues. Er galt als Meister des Bottlenecks. Kein Konzert glich dem anderen. Die Blues-Welt hat einen großartigen Musiker und Menschen verloren. R.I.P.


Schon GEZahlt? – Neue Rundfunkgebühren ab 1.Januar 2013

14. Februar 2012

Ab 2013 sollen die Zwangs-Rundfunkgebühren für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Programme und deren Online-Angebote nicht mehr pro Empfänger sondern pro Haushalt erhoben werden. Dabei wird für jeden Haushalt eine Zwangsabgabe von knapp 18 Euro pro Monat fällig. Abgedeckt sind dabei sämtliche Empfangsgeräte, wie Fernseher, Radio, PC oder auch kein empfangsbereites Gerät. Jeder registrierte Teilnehmer bei der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) muss ab dem 1.Januar 2012 bei seiner zuständigen Landesrundfunkanstalt seine erfassten Daten aktualisieren oder einen Antrag auf Befreiung von der Gebührenzahlung stellen. Noch nicht gemeldete Personen oder Unternehmen gelten ab dem 1.Januar 2013 aufgrund ihrer bei der zuständigen Landesrundfunkanstalt erfassten Daten automatisch als Beitragsschuldner. Dabei pflegt die GEZ schon jetzt eine der umfassendsten Datensammlungen über die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland. Alleine im Jahr 2002 wurden von den bundesdeutschen Meldebehörden über zwölf Millionen Datensätze von Bürgern an die GEZ übermittelt. Außerdem kauft die GEZ Adressdaten von kommerziellen Adresshändlern ab.  Die Rundfunkanstalten berufen sich auf ihr verfassungsrechtliches Privileg der Rundfunkfreiheit, so dass für sie keinerlei datenschutzrechtliche Einschränkungen gelten und sie ihre Sammelwut über “Kundendaten” voll ausleben können.

Für Zweit- oder Ferienwohnungen in Deutschland müssen deren Besitzer ebenfalls Rundfunkgebühren zahlen. Auf Antrag kann befreit werden, wer u.a. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter, Bafög, Ausbildungsgeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhält. Menschen mit Seh- und Hörschwäche können sich ebenfalls bei entsprechendem Grad ihrer Behinderung befreien lassen. Unternehmen zahlen ihre Gebühr pro Filiale und gestaffelt nach Anzahl der jeweils dort beschäftigten Mitarbeiter. Für Kleinunternehmen gilt ein ermäßigter Satz (1/3).


Die amerikanische Pop-Diva Whitney Houston starb am 11.Februar 2012

14. Februar 2012

Die Grammy Verleihung ist traditionell das große Schaulaufen der Musikszene. Es versammelt sich alles was Rang und Namen hat oder gerne hätte. Doch dieses Jahr steht die glamouröse Veranstaltung unter einem dunklen Schatten. Es scheint zweitrangig, dass die junge Sängerin Adele nach ihrer Stimmband OP alle sechs Grammys, für die sie nominiert war mit nach Hause nimmt oder dass die Foo Fighters in allen vier Rock-Kategorien siegreich sind, denn eine der größten Stimmen ist für immer verstummt. Noch am Vorabend, sollte Whitney Houston auf dem traditionellen Grammy Dinner, das Clive Davis, der sie einst entdeckte, jedes Jahr ausrichtet, singen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn wenige Stunden zuvor, wurde die Sängerin leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden.

Ihre große Gesangskarriere wurde ihr regelrecht in die Wiege gelegt: Ihre Mutter war Backgroundsängerin bei Elvis Presley, die Cousinen machten sich einen Namen in der Soul-Szene und ihre Patin war Aretha Franklin höchstpersönlich. Mit ihrer klaren, schier mühelos die schwierigsten Passagen meisternden Stimme sorgte das selbstbetitelte Debütalbum 1985 für Aufsehen in der Musikszene. Sie hatte die Stimme, die jeden berührte, ihr Gesang kam tief aus der Seele. Unverbraucht und frisch sorgte die junge Künstlerin für Gänsehaut und Rührung. Ihre größten Hits wurden der Inbegriff von Gefühl, Romantik und vor allen Dingen sängerischer Perfektion. Versucht haben sich viele an Songs wie “I Will Always Love You” oder “One Moment in Time”, doch bei niemandem gelangen sie so authentisch, so groß, so perfekt und unangestrengt, wie sie Houston darbot. Auch auf der Leinwand verzauberte sie die Menschen, als sie an der Seite von Kevin Costner in „Bodyguard“ die weibliche Hauptrolle verkörperte. Im R’n’B-Sänger Bobby Brown, den sie 1992 heiratete, schien sie ihre große Liebe gefunden zu haben, doch es folgte der Absturz. Gewalt in der Ehe, Drogenabhängigkeit – aus der strahlenden, unverbrauchten Schönheit mit der unglaublich großen Stimme wurde eine tragische Heldin, die – wie so viele ihrer Kollegen – an ihrem Umfeld zerbrach. Whitney Houston wurde nur 48 Jahre alt und hinterlässt eine 18jährige Tochter.


R.I.P. Etta James

2. Februar 2012

EttaJames

Gerade mal fünf Tage vor ihrem 74. Geburtstag – und drei Tage nach dem Tod ihres Entdeckers Johnny Otis – am 20.Januar 2012 verstarb die legendäre Sängerin Etta James an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Mit ihrem größten Hit “At Last” von 1961 schrieb die amerikanische Blues-, Jazz- und Soul-Legende Musikgeschichte. Der Song selbst war zu diesem Zeitpunkt schon 20 Jahre alt, wurde aber erst durch ihre Interpretation zum Welterfolg. Kein Wunder also, dass der Song immer wieder gerne neu aufgenommen wird (u.a. Celine Dion) oder bei großen Ereignissen gespielt wird, wie z.B. bei der Amtseinführung von Barack Obama. Sie war die Meisterin des Souls und Blues, probierte sich aber auch an Country, Jazz und Rock’n'Roll. Gekrönt wurde ihr musikalisches Leben mit der Aufnahme in die Rock’n'Roll Hall Of Fame (1993) sowie dem Stern auf dem Walk Of Fame in Hollywood (2003). Außerdem gewann James 4 Grammys und insgesamt 17 Blues-Auszeichnungen. Eine volltönende, ausgereifte Stimme war ihr Markenzeichen.

Etta James, alias Jamesetta Hawkins wurde schon als junges Mädchen von Johnny Otis entdeckt, der ihr zu ersten Verträgen verhalft. Schon im Jugendalter konnte sie mit “Roll With Me, Henry” – besser bekannt als “The Wallflower” Erfolge feiern. Der große Durchbruch gelang ihr in den 60er Jahren nach dem Wechsel zum legendären Label Chess Records. Allein zwischen 1960 und 1963 war die Sängerin mit 10 Platten in den R&B Charts vertreten. Es folgten kriminelle Jahre: Sie war heroinsüchtig, fälschte Rezepte und bestahl Freunde. Nach ihrem Entzug 1974 kehrte sie zurück auf die Bühne und engagierte sich fortan in Anti-Drogen-Projekten.


Positive Bilanz der Musikindustrie

18. Januar 2012

Eine positive Bilanz ziehen der Bundesverband Musikindustrie und media control: Zum ersten Mal seit 1997 ist kein Rückgang des Umsatzvolumens des deutschen Musikmarkts zu verzeichnen. Die vorläufigen Zahlen zeigen, dass die CD trotz leichtem Umsatzrückgang von 2,2 % immer noch das Rückgrad der Industrie bildet und der stabile Trend zu einheimischen Musikern anhält. Einen deutlichen Zuwachs gibt es im Bereich der digitalen Downloads, deren Anteil auf 28,8 % stieg. Der Vinylmarkt kann ein dickes Plus im Vergleich zum Vorjahr verbuchen: Um 18,5 % steigerte sich der Umsatz mit LPs, auch wenn diese insgesamt weniger als ein Prozent des Gesamtumsatzes mit physischen Produkten ausmachen. Einen Zuwachs von über 5 % gegenüber dem Vormonat bescherte das Weihnachtsgeschäft der Industrie. Die vorläufigen Trends wurden durch media control und GfK Panel Services ermittelt. Die endgültigen Zahlen gibt der Bundesverband Musikindustrie im April bekannt.


Universal und Sony teilen sich EMI

24. November 2011

EMI

Das jahrelange Tauziehung um das britische Traditionslabel EMI ist nun endgültig beendet. Nun steht fest: EMI wird nach acht Jahrzehnten und unzähligen Hits zerschlagen und die Geschäftsbereiche an die Konkurrenz verteilt. Der Bereich Tonträgerschaft geht für 1,4 Milliarden Euro an Universal Music und der Bereich Verlagsgeschäft (mit seinen Rechten an rund 1,3 Millionen Songs!) geht für 1,6 Milliarden Euro an Sony/ATV.

Schon seit Jahren kämpfte EMI gegen den Untergang und eines ist definitiv klar: Sein Verschwinden stellt einen historischen Einschnitt dar. Unter den vier großen, weltweit agierenden Plattenfirmen Universal, Sony und Warner, stand EMI als Kleinste an vierter Stelle, obwohl sie diejenige mit der längsten Tradition ist. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1898, als der deutsch-amerikanische Schallplatten-Pionier Emil Berliner die Gramophon Company gründete, die 1931 schließlich mit der Columbia Graphophone Company zu EMI fusionierte. Im gleichen Jahr gründete EMI die legendären Abbey Road Studios in London, die spätestens durch die letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles (“Abbey Road”) zur Kultstätte für Musiker wurde.

Bekannte Künstler wie Katy Perry, Kylie Minogue, Norah Jones oder Bands wie Coldplay, Depeche Mode, Pink Floyd oder die Gorillaz stehen bei EMI unter Vertrag. Schwer zugesetzt hat dem Unternehmen die Abwanderung des Musikgeschäfts ins Internet sowie die Abwendung von großen Stars wie Robbie Williams, Paul McCartney und den Rolling Stones. Der frühere Inhaber, der Finanzinvestor Terry Firma von Guy Hands, musste EMI schließlich der amerikanischen Großbank Citigroup überlassen, die seit Sommer nach einen geeigneten Käufer für die beiden Sparten suchte.

Obwohl reges Interesse bei allen großen Musikkonzernen – auch Warner und BMG gaben ihre Angebote ab – bestand, machten Universal und Sony das Rennen.


Plattenaufnahmen mit Joo Kraus

11. August 2011

Joo Kraus ist aus der deutschen Jazzgeschichte der letzten beiden Jahrzehnte nicht wegzudenken.
Mit 19 gewann er bereits den Bundeswettbewerb “Jugend musiziert”, spielte bei der Krautrock-Band Kran sowie zusammen u.a. mit Bee Wee Elis und Klaus Doldingers Passport, wurde mit seinem Hip-Jazz-Duo “Tab Two” insgesamt fünf mal mit den Jazz Award ausgezeichnet, und war Vorbild vieler späterer Hip Hop- und Drum’n’Bass-Musiker. Er gilt mittlerweile als der bekannteste deutsche Jazzmusiker weltweit.

Mit seinem letzten Album “Songs from Neverland” (bisher leider nur im Digitalformat erhältlich) stürmte er die iTunes-Jazz-Charts und war wochenlang die Nummer 1!

Das Album heißt nicht umsonst so, sondern es ist eine Verbeugung vor dem größten Musiker aller Zeiten und King of Pop: Michael Jackson. Joo Kraus spielt hier Jackson-Songs u.a. der Alben “Off The Wall”, Thriller” und “Bad” auf seine ganz eigene Art und Weise und kleidet die Songs in ein neues Gewand. Ob Uptempo-Nummern oder Balladen, ob New Orelans-Sound oder Miles Davis-Touch, Joo Kraus versteht es wie kein anderer Musiker, daraus ein hinreißendes Album zu zimmern.

Hier ein Auszug aus dem Album “Tales in Tones”:

Bei all den Erfolgen und auf Druck vieler Plattenfans konnten sich die Verantwortlichen bei Edel und Joo Kraus dazu durchringen, endlich auch mal ein Vinyl-Album zu veröffentlichen.

Als Produzent und Aufnahmeingeneur konnte man keinen Geringeren als Dirk Sommer von “Sommelier du son” gewinnen. Am Freitag, den 5. August war Aufnahmetermin. Joo Kraus lud Freunde und Bekannte ins Realistic Sound Studio in München ein, um die Aufnahmen für die Schallplatte in den Kasten zu bringen (siehe Bild links). Es wurde ein unvergesslicher Abend.

Joo war in bester Laune, die Akustik des Aufnahmeraums wurde penibel optimiert, die Stimmung war grandios. Joe spielte Stücke aus seinem vorherigen Album “Songs from Neverland” genauso wie Stücke aus seinem Album “Tales in Tones”, in dem er markante Popklassiger mit seiner Trompete veredelte. So wurden Songs wie “Beat It” oder “Thriller” in einer Reihe mit Pop-Songs wie “Africa” von Toto gestellt.

Aufgenommen wurde es von Dirk Sommer, der dafür extra 2 analoge Bandmaschinen und seinen berühmten, 70 Kilogramm schweren Goldfolien-Hall von EMT ins Studio schleppte, um das Konzert rein analog so optimal und so naturgetreu wie möglich aufs Analogband zu bannen.
Das Album soll im Herbst diesen Jahres auf den Markt kommen. Ich kann es kaum erwarten, dafür war das, was ich an diesem Tag in München erleben durfte, zu intensiv, einfach zu schön. Joo Kraus sei Dank!


Die Preisträger des ECHO Klassik stehen fest

28. Juli 2011

Die Preisträger des diesjährigen ECHO Klassik stehen fest. Diese Auszeichnung wird von einer Jury vergeben, die ihr Urteil sowohl nach künstlerischer Qualität als auch nach Publikumserfolg fällt. Dadurch spiegelt die Vergabe des ECHO Klassik nicht nur die Meinung von Kritikern wider, sondern auch die Wertschätzung durch Musikkäufer. In diesem Jahr wählten 11 Jurymitglieder insgesamt 58 Gewinner in 21 Kategorien. Zu den diesjährigen Preisträgern gehören u.a. die Sopranistin Simone Kermes als “Sängerin des Jahres”, Thomas Hampson als “Sänger des Jahres”. In der Kategorie “Nachwuchskünstler” werden in diesem Jahr  neun Preise vergeben: darunter sind der Sänger Vittorio Grigolo, die Violinistin Vilde Frang, den Klarinettisten Sebastian Manz und der Oboist Ramón Ortega Quero. Weitere Preisträger finden Sie auf der Homepage des ECHO Klassik http://www.echoklassik.de.

Die Deutsche Phono-Akademie – das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. – ehrt damit jährlich herausragende und erfolgreiche Leistungen nationaler und internationaler Künstler. Um dem kulturellen Stellenwert der klassischen Musik gerecht zu werden und ihre Beliebtheit weiter zu erhöhen, wurde 1994 der ECHO Klassik als eigene Veranstaltung ins Leben gerufen. Ziel ist es, nicht nur Weltstars wie Anna Netrebko, Rolando Villazón, José Carreras, Philippe Jaroussky oder David Garrett für ihre musikalischen Leistungen auszuzeichnen, sondern auch herausragende junge Talente mit dieser Auszeichnung zu fördern.


Soulsängerin Amy Winehouse tot aufgefunden

25. Juli 2011

Vergangenen Samstag wurde die britische Soulsängerin und Songwriterin Amy Winehouse in ihrer Londoner Wohnung tot aufgefunden. Noch ist die Todesursache nicht geklärt, doch kaum jemanden verwundert der frühe Tod des Ausnahmetalents mit skandalhaltigem Lebenswandel. Nach dem durchschlagenden Erfolg ihres zweiten Albums “Back to Black” mit dem sie 2008 bei den Grammys abräumte (fünf Auszeichnungen), wurde es leider musikalisch eher still um Winehouse. Für Schlagzeilen sorgte sie vornehmlich mit Drogen- und Alkoholproblemen, den damit verbundenen skurrilen Auftritten in der Öffentlichkeit und abgebrochenen Konzerten sowie ihrer destruktiven Ehe mit Blake Fielder-Civil. Mehrere Entzugsversuche schlugen fehl, den letzten beendete sie erst vergangenen Monat. Den traurigen Höhepunkt ihres Comebackversuchs bildete ein Konzert Mitte Juni in Belgrad, auf dem sie vom Publikum ausgebuht wurde, da sie zu betrunken zum singen gewesen war. Die restlichen Konzerte ihrer Tournee wurden daraufhin abgesagt.

Am 14. September 1983 erblickte Amy Winehouse in London das Licht der Welt. Früh machte sich ihr Gesangstalent bemerkbar und bereits mit 18 konnte sie ihren ersten Plattenvertrag bei Island Records abschließen. 2003 kam ihr Debütalbum “Frank” auf den Markt, welches für Aufsehen sorgte und ihr dreimal Platin in Großbritannien einbrachte. Das 2006 veröffentlichte Nachfolgealbum “Back to Black” und die Singleauskopplung “Rehab” machten Winehouse endgültig zum Weltstar. Die Tragik ihres selbstdestruktiven Lebens steht im starken Kontrast zu ihrer sonnigen, optimistischen R&B Musik, die Menschen auf der ganzen Welt verzaubert. Amy Winehouse mit ihrer einmaligen, reichen Soulstimme ist ein herber – leider absehbarer – Verlust für die Musikwelt. Sie wurde – wie Brian Jones, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und Kurt Cobain – nur 27 Jahre alt.