Glen Campbell ist von uns gegangen

12. August 2017

Es war ein Abschied auf Raten, den 5747928_1_l nehmen musste. Vor sechs Jahren wurde bei dem Country-Sänger und Songwriter Alzheimer diagnostiziert. Es folgte eine Abschiedstournee; dann mit „I’ll Be Me“ ein mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm über Campbells letzte Studio-Aufnahmen und seinen Kampf mit der Krankheit, der ebenso hoch ausgezeichnete Soundtrack zum Film, und schließlich erschien erst dieses Jahr noch einmal ein Album mit Aufnahmen aus den Jahren 2012 und 2013: „Adios“ hieß es, und es war ein endgültiger Abschied. Songs, die Campbell immer geliebt aber nie aufgenommen hatte, waren auf dieser Scheibe versammelt – und der jahrezehntelange Bühnenroutinier konnte sich bei den Aufnahmen schon kaum mehr als eine Zeile Text am Stück merken. Nun starb Campbell im August 2017 mit 81 Jahren.
Als Session-Musiker verdiente sich Campbell in den 60ern seine ersten Sporen – auf mancher Single von Ricky Nelson, den Monkees, Merle Hagert oder gar Elvis Presley ist sein rasantes Gitarren-Picking zu hören – „eine Geheimwaffe im Arsenal der Plattenproduzenten der Sechziger“, so nannte ihn sein Freund, der Songwriter Jimmy Webb. Webb war es auch, der ihm mit „Wichita Lineman“ einen seiner ersten großen Hits auf den Leib schrieb. Der einsame, melancholische Cowboy, dem das Leben irgendwie die Sonnenseite verweigert, das war Campbells ikonisches Thema in seinen erfolgreichsten Songs. „Gentle On My Mind“, „By The Time I Get To Phoenix“, und natürlich am berührendsten in dem Lied, dessen Titel zu Campbells Spitznamen auf alle Zeiten wurde: „Rhinestone Cowboy“.
Freunde schätzten den Sänger, der in seinen Songs mit raubeiniger Aufrichtigkeit zu Tränen zu rühren wusste, im Privatleben dagegen für seinen Humor und seine nie erlahmende Energie. Ganz klar, wer einmal einen Live-Mitschnitt des mitreißenden Entertainers Campbell gesehen hat, den wundert es nicht mehr, dass sich dieser Mann auch von einer Krankheit wie Alzheimer so lang es irgend ging nicht ausbremsen ließ.
Wir können sein letztes Album „Adios“ nur wärmstens empfehlen – es ist nicht nur ein gelungener Abschied, sondern auch ein wundervoller Einstieg in Campbells umfangreiche Diskographie, für die, die bisher nur wenig von ihm kennen.
Und irgendwie kommt man nicht umhin, ihn sich beim Abschied in der fast ein wenig sentimentalen Western-Szenerie vorzustellen: „Like a rhinestone cowboy, riding out on a horse in a star spangled rodeo…“


Lyn Stanley – The Moonlight Sessions Vol. 1 (2 LP, 45 rpm, 180 g, Limited Edition)

22. Juni 2017

AT_3105_1_lDie aus Tacoma, Washington stammende Sängerin Lyn Stanley begann ihre märchenhafte musikalische Karriere erst spät. Durch ihr Debüt “Lost In Romance” erlangte die Spätberufene 2013 schlagartig internationale Bekanntheit und begeisterte fortan Hörer und Kritik. Dabei hat sich Lyn Stanley keiner einfachen Disziplin verschrieben, denn die Konkurrenz ist hart unter Jazz-Sängerinnen, zudem sind Legenden wie Billie Holiday, Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan medial noch allgegenwärtig. Die Schwierigkeit hierin eine eigene Stimme zu finden und dieser auch Gehör zu verschaffen, meisterte Stanley dennoch mit Bravour – ihr Alt ist unverkennbar, ihr Timing schlicht perfekt und ihre Diktion sowie Phrasierung stets außergewöhnlich. Hinzu kommt, dass die Sängerin auch bei der Auswahl ihre Begleitmusiker ein ausgesprochenes Geschick zeigt, wie beispielsweise Mike Garson am Klavier oder John Chiodini an der Gitarre beweisen. Doch nicht zuletzt ihr ständiges Bestreben, auch klangtechnisch höchsten audiophilen Maßstäben zu genügen, haben ihre Aufnahmen zu Referenzwerken unter Audiophilen werden lassen. Gründe genug also, ihrem neuem Album “The Moonlight Sessions Vol. 1″ gespannt entgegenzusehen. Nachdem die Beta-Version innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, kommt jetzt die reguläre Version auch in limitierer Form. Schnell sein lohnt sich, denn auch hier dürfte die LP sehr bald ausverkauft sein. Die sich hier findenden ausdrucksstarken wie einfühlsamen Interpretationen großer American Songbook-Stücke wie “Willow Weep For Me”, “My Funny Valentine” oder “Embraceable You” sind in jeder Hinsicht definitive Versionen. Als wären diese alten Standards eigens für Stanley geschrieben, gelingt es ihr trotz der klassischen Arrangements den Stücken nie gehörte Details zu entlocken. Klanglich ist “The Moonlight Sessions Vol. 1″ eine Offenbarung und an Transparenz und Natürlichkeit nicht zu übertreffen. Einziger Wehrmutstropfen scheint der Preis, der das Album nicht zu einem Schnäppchen macht. Andererseits, Alben wie “The Moonlight Sessions Vol. 1″ erscheinen selten genug und doch dafür hat man umso so länger Freude an ihnen. Klare Empfehlung!

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Lyn Stanley – Gesang
Mike Garson, Tamiw Hendelman, Christian Jacob – Klavier
Chuck Berghofer – Kontrabass
Joe La Barbara, Ray Brinker, Bernie Dresel – Schlagzeug
John Chiodini – Gitarre
Rickey Woodard – Tenorsaxophon
Chuck Findley – Trompete
Bob McChesney – Posaune
Corky Hale, Carol Robins – Harfe
Hendrik Meurkins – Harmonika
Luis Conte – Perkussion
Steve Genewick – Schnipsen

Die Aufnahmen entstanden February 2017 durch Al Schmitt und Steve Genewick, wurden gemischt von Michael Bishop (Five/Four Productions) und schließlich von Bernie Grundman gemastert.

Das Album kommt auf zwei 180g-schweren audiophilen mit 45rpm geschnittenen Vinylscheiben im hochwertigen Klappcover, wurde im klanglich hochwertigen “One Step Pressing”-Verfahren hergestellt und ist streng limitiert.

Limitiert und nummeriert auf 2000 Stück weltweit. rr


22. Juni 2017

N_78038_1_lN_78041_1_lN_78039_1_lN_78037_1_lN_78040_1_lAuf Grund der sehr guten Resonanz der Onkel Pö Reihe sendet das NDR Fernsehen am 28.06.2017 um 21:00 Uhr zur besten Sendezeit nochmals den Film über das Onkel Pö!

Es war brütend heiß, die Luft zum Schneiden, katastrophal verraucht, das Bier war nach zehn Metern zurück an den handtuchschmalen Stehplatz schon fast warm. Ich war so 18 Jahre alt und zum ersten Mal im „Onkel Pö“.
„Onkel Pös Carnegie Hall“ sagte damals schon niemand mehr, die meisten beließen es bei „Pö“. Damit es sich so anhörte, als ginge man dort ein und aus. Auf der Bühne stand ein langer, hagerer Schlacks mit Brille und Gitarre und durchgeschwitztem Hemd und wollte sich verabschieden, nach 45 Minuten. Seine Band hieß Gesundes Volksemfinden und zählte zu den besseren der Neuen Deutschen Welle, manchmal klang die Musik, als habe jemand heimlich zwei Free Jazzer auf einen Kindergeburtstag gestellt. Der Typ mit der Gitarre sang auch, hieß Piet Klocke und wurde später mal als Comedian berühmt. Hier war er es noch nicht und war gerade etwas bedrückt, weil er nach einem Album jetzt alle ihm bekannten Titel gespielt hatte, die Leute aber keine Ruhe gaben. Und dann spielte er das ganze Repertoire einfach noch einmal. Verklebt, hundemüde, mit schmerzenden Füßen und drei Brandlöchern im T-Shirt fuhr ich heim und erzählte am nächsten Tag auf dem Schulhof, das „Pö“ (ohne den Onkel) sei „einfach endgeil“. Damals noch ein ziemlich neues und nicht überall ungefährliches, aber verdammt cooles Wort.
Weil jeder, der den Laden am Lehmweg noch erleben durfte, solche Geschichten wied er und wieder erzählt bis heute, da das „Pö“ doch schon seit gut 31 Jahren Geschichte ist, wurde die Eckkneipe in die Riege der Legenden aufgenommen. Dazu beigetragen hat natürlich auch die Liste anderer Legenden, die hier spielten, obwohl sie schon damals Stars waren oder weil sie noch welche werden wollten. U2 zum Beispiel, vor 100 Leuten, die Bono auf die Schuhe hätten aschen können. Jetzt aber, da die Erinnerungen an das „Pö“ doch langsam vergilben, werden sie ganz unerwartet wieder wachgerufen. Und siehe da: Die alten Bilder sind sofort alle wieder da, man glaubt beinahe, die vollen Aschenbecher und Bierfahnen zu riechen.
Der NDR-Redakteur Stefan Gerdes, sein Kollege Axel Dürr sowie Produzent Joachim Becker sind in die Archive des NDR gestiegen, der nicht nur zeitweilig seine Talkshow aus dem „Onkel Pö“ übertrug, sondern auch etliche Konzerte dort mitschnitt. Drei davon werden nun am 17. März auf CD und dankenswerterweise auch als Vinyl erscheinen, zwei weitere folgen am 7. April. Was aber ist von den ollen Kamellen aus den Jahren 1976 bis 1981 zu erwarten? Die Antwort fällt unerwartet euphorisch aus. Weil Tontechniker John Cremer die betagten Bänder auf ausschließlich analogem Equipment sorgsam und liebevoll remastert hat, klingen die teils epischen Konzerte ziemlich genau so, wie ältere Mitbürger das aus dem „Pö“ erinnern. Nur das Gläserklirren und die Rauchschwaden muss, wer sie denn vermisst, daheim im Wohnzimmer nachstellen.
Die damals allesamt vom kürzlich verstorbenen NDR-Mann Michael Naura produzierten Mitschnitte führen zudem zurück in eine Zeit, als das Formatradio noch ferne Zukunft war. Lediglich das Konzert von Johnny „Guitar“ Watson von 1976 findet Platz auf nur einer CD, die Auftritte von Chet Baker (1979), Dizzy Gillespie (1978), Albert Collins and The Icebreakers (1980) und der Elvin Jones Jazz Machine (1981) benötigen derer zwei. Das jedoch wäre noch nicht ungewöhnlich. Ein Chet Baker aber füllte die 100 Minuten mit fünf Titeln, deren kürzester sechzehneinhalb und deren längster knapp 28 Minuten dauerte. Elvin Jones spielte damals gar 134 Minuten lang, die Besucher bekamen in dieser Zeit sieben Songs zu hören, darunter mit dem 31-mintigen „Doll of the Bride“ den Rekordhalter der Reihe.
Natrlich geht es um die Songlängen hier nur am Rande. Spannend ist ebenso die Epoche, aus der die Aufnahmen stammen. Dizzy Gillespie etwa näherte sich in diesen Tagen den damals populären Funky Tunes an, während ein Johnny „Guitar“ Watson dem archaischen Funk und Blues seiner frühen Tage inzwischen die neuen Freunde aus dem Jazzlager zu begrüßen schien. Das alles in einem Sound, der eben nicht jenes digitale Sperrfeuer auf jeden noch so kleinen Fauxpas der Aufnahmen richtet, wie das heute bei Live-Mitschnitten üblich ist und deshalb dieselben längst obsolet hat werden lassen. Diese Reihe ist eine noch viel zu kurze Perlenkette, laut Stefan Gerdes werden den ersten fünf auf jeden Fall weitere folgen. Al Jarreaus Karrierestart im „Pö“ hatte damals ja auch der NDR mitgeschnitten. Hoffentlich hält nach dessen Tod nicht irgendein geldgieriges Management die Rechte.
Text von Stefan Krulle


Umsatz mit Online-Streamingformaten steigt

5. April 2017

Logo_Universal_Music.svgInteressante Neuigkeiten erreichen uns in diesen Tagen von Universal: Der weltweit größte Musikkonzern hat erstmals mehr Umsatz mit Online-Streamingformaten als mit CDs gemacht. Allein in Deutschland sind die Streaming-Umsätze letztes Jahr um 70% gewachsen, und das, obwohl Deutschland traditionell als „CD-Land“ gilt. Fast wie eine Randnotiz liest sich dann aber die für uns Vinyl-Freunde viel interessantere Meldung: Die Umsätze durch Schallplatten wuchsen im vergangenen Jahr um 40,1 Prozent – damit liegt das runde Schwarz erstmals noch vor Musik-DVDs und Video-Blue-Rays auf Platz vier im Umsatz-Ranking, nach CDs, Streams und Downloads.

Interessant ist diese duale Entwicklung allemal, zum komprimierten, körperlosen Digitalformat auf der einen Seite, und zum ältesten analogen Tonträger auf der anderen. Aber Frank Briegemann, Chef von Universal Zentraleuropa, sagt es selbst in einem Interview mit dem Handelsblatt: Welches Musikformat einen Hörer bevorzugt, hängt eben auch stark von der Art von Musik ab, die er hören möchte. Und so gehören die Streaming-Märkte eben eher den Fans von Rap- und Housemusik oder Indie-Künstlern, wohingegen die Schallplatte nach wie vor das Paradies der Freunde von Jazz, Klassik, Folk und Classic Rock ist.

Wir freuen uns natürlich darüber, dass das Vinyl diese stetig wachsende Beliebtheit genießen darf, und können nur schmunzelnd sahen: Weiter so!


30. März 2017

Fone_111_1_lScott Hamilton – Ballads for Audiophiles (180 g)

Scott Hamilton – Saxofon
Paolo Birro – Klavier
Alfred Kramer – Schlagzeug
Aldo Zunino – Kontrabass

Aufnahmen am 10. Juli 2015 im Hotel Il Castello, Palazzo di Scoto di Semifonte Certaldo Alto, Florenz, Italien.
Aufgenommen auf einer speziellen 1/2 Inch-Ampex ATR 102 Bandmaschine mit 76 cm/sec unter Verwendung der von Giulio Cesare Ricci heißgeliebten Röhrenmikrofone U47, U48 und M 49 von Neumann.

Reine Balladen-Alben sind im Jazz keine Seltenheit, aber eben doch auch immer wieder ein gewagtes Unterfangen. Damit eine solche Platte nicht langweilig, kitschig oder banal gerät, braucht es schon eine geschickte Song-Auswahl, ausgefuchste Arrangements und vor allem erstklassige Musiker. Und alle drei Voraussetzungen werden auf dieser Platte einwandfrei erfüllt. Die Songauswahl reicht von Evergreens wie Henry Mancinis „Moon River“ über beliebte Jazzstandards wie „The Shadow Of Your Smile“ oder „All Or Nothing At All“ bis hin zu selten gehörten Nummern wie Richard Adlers „Hey There“ oder Billy Reids „The Gypsy“.
Die Arrangements für die klassische Jazz-Quartettbesetzung lagen ganz in den kundigen Händen der vier Musiker, und die sind für Foné-Fans keine Unbekannten: Scott Hamilton (Saxofon) begeisterte hier zuletzt mit seinen Alben „I Could Write A Book“ und „Who Cares?“ gemeinsam mit Pianist Andrea Pozza. Auf „Ballads For Audiophiles“ kommt Hamilton wieder mit zwei Kollegen zusammen, mit denen er bei Foné bereits auf „Bean And The Boys“ zu hören war: Paolo Birro am Klavier und Alfred Kramer am Schlagzeug. Für genüssliche Jazzballaden allerdings ist ein warm klingender und elegant gespielter Kontrabass unverzichtbar, und deswegen gesellt sich auf diesem Album noch ein vierter Mann hinzu: Bassist Aldo Zunino.
Gemeinsam meistert dieses Quartett eine beeindruckende stilistische Bandbreite: Hamilton und Zunino haben den sanften Swing im Blut, Paolo Birro ist dank seiner klassischen Ausbildung ebenso virtuos wie kantabel an den Tasten unterwegs, und Drummer Alfred Kramer, der auf eine lange Karriere in Enzo Pietropaolis exerimentellem Space Jazz Trio zurückblicken kann, hebt mit subtilen Grooves die Stücke gekonnt voneinander ab – von frei dahingleitenden Atmosphären bis zu verführerisch langsamen Latin-Beats ist hier alles dabei.
Auch der Ort, an dem diese Platte entstand, ist mittlerweile bei Foné äußerst bewährt: Das urige Gewölbe des alten Hotels „Il Castello“ in Florenz. Bis auf Aldo Zunino standen alle Musiker dieser Aufnahme schon mehrmals in diesen Räumlichkeiten vor dem Mikrofon (insbesondere natürlich Alfred Kramer, dem das Hotel gehört), und auch Giulio Cesare Ricci, der die Aufnahme wie gewohnt selbst leitete, kennt die Akustik der alten Mauern inzwischen schon sehr genau. Bestimmt liegt es auch daran, dass „Ballads For Audiophiles“ eine wunderbar entspannte und familiäre Atmosphäre hat, in der sich die Musik ungehindert entfalten kann, von Signore Ricci auf rein analogem Signalweg in absolut erstklassiger Klangqualität eingefangen. Besonders der enorm detaillierte Saxofonklang und der der herrlich warme Kontrabass machen dieses Album zu einem echten audiophilen Leckerbissen. Wie immer bei Foné auf 496 Stück limitiert – also schnell zuschlagen! ww

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Um die hohe Foné-Qualität zu gewährleisten, wurde die LP vom Original-Analogband durch Giulio Cesare Ricci bei Fone direkt gemastert. Auch der One-Stage-Schnitt wurde rein analog realisiert, gepresst wurde in Deutschland auf hochwertigem 180 g-Virgin-Vinyl.

Musikalisch erstklassig und klanglich ein vollendeter Genuss!


Various Artists – Gran Gala (180 g)

21. März 2017

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Seit Jahrzehnten steht das italienische Label Fone nicht nur für exzellente Klang- und Musikqualität, die seinesgleichen sucht, sondern auch für ein ausgesprochen breit gefächertes Spektrum an verschiedenen Künstlern, Stilen, Genres und kreativen Herangehensweisen. Neben Fones großartigen Klassikaufnahmen sind es vor allem kammermusikalische Besetzungen aus Pop und Jazz, denen die besondere Liebe von Label-Chef Giulio Cesare Ricci gehört. Und genau ihnen, denen sonst eher die kleine Bühne zu eigen ist, widmet Fone mit dieser Platte eine große Gala: „Gran Gala“ heißt die wundervoll gemachte Kompilation, mit der Signore Ricci seine Künstler des kleinen musikalischen Formats feiert.
Und wen es hier alles zu hören gibt! Groovig swingend eröffnet ein bewährtes Fone-Trio den Reigen: Scott Hamilton (Saxofon), Paolo Birro (Piano) und Alfred Kramer (Drums) mit Henry Mancinis „Pink Panther Theme“, das ist musikalische Lässigkeit pur. Scott Hamilton gibt es auf Seite B noch ein zweites Mal zu hören, im Duo mit dem Pianisten Andrea Pozza spielt er hier den Sonny-Rollins-Klassiker „Airegin“ von seiner LP „Who Cares?“ – federleichter Bebop, der ganz ohne Percussion und Bass auskommt.
Apropos Bass: Wer natürlich bei einer Fone-Gala auf keinen Fall fehlen darf, das ist Kontrabass-Großmeister Enzo Pietropaoli. Mit ihm haben es gleich drei geniale Tracks auf diese LP geschafft: Im Trio mit Fulvio Sigurta (Trompete) und Battista Lena (Gitarre) und der umwerfend bluesigen Ballade „La Notte“ vom gleichnamigen Album; im Duo mit Sängerin Eleonora Bianchini (hier wird ein Michael Jackson-Klassiker originell gegen den Strich gebürstet); und schließlich noch ein echter virtuoses Solo-Kabinettstückchen aus eigener Feder von seiner LP „Solo“.
Zwei Jazz-Duos sind noch mit von der Partie: Old school und groovig bringen einen Riccardo Zegna (Piano) und Giampaolo Casati (Trompete) mit einem Stück von ihrem Album „Paris Blues“ zum Fingerschnipsen, ganz in sich gekehrt und verträumt dagegen streicheln Peo Alfonsi (Gitarre) und Salvatore Maiore (Kontrabass) die musikalische Seele.
Intim und atmosphärisch sind auch die Klänge, die Fausto Mesolella in Nino Rotas Romeo-und-Julia-Thema seiner Gitarre entlockt – er ist es aber auch, der diese Kompilation mit dem am größten besetzten Stück abschließt: „Tulipani“ von seinem Album „Cantostefano“ lässt mit bodenständigem Bandsound eine Art italienische Mischung aus Mark Knopfler und Leonard Cohen aus den Boxen schweben.
Verschiedenste Künstler und Besetzungen, geradeaus gespielter Jazz oder experimentelles Crossover, Live-Mitschnitt oder speziell ausgewählte Aufnahme-Location – eines haben alle auf dieser LP versammelten Stücke gemeinsam: Die überaus perfekt gemachte Aufnahme und das exzellente Mastering durch Giulio Cesare Ricci in einer Qualität, von der andere Labels nur träumen können. Alle hier zu hörenden Aufnahmen entstanden mit rein analogem Signalweg und wurden auch rein analog auf Riccis Ampex 2-Spur-Maschine gemastert. Diese Kompilation ist also nicht nur eine Gala der genialen Künstler bei Fone, sondern auch ein Fest der umwerfenden Klangqualität, für die dieses Label berühmt ist. Wie immer bei Fone erscheint auch „Gran Gala“ auf 180 g Virgin Vinyl und in auf 496 Stück limitierter Edition. Das muss man sich einfach gönnen! wv

Um die hohe Fone-Qualität zu gewährleisten, wurde die LP vom Original-Analogband durch Giulio Cesare Ricci bei Fone direkt gemastert. Auch der One-Stage-Schnitt wurde rein analog realisiert, gepresst wurde in Deutschland auf hochwertigem 180 g-Virgin-Vinyl.

 


20. März 2017

VP_80006„Wenn man versuchen sollte, dem Rock’n’Roll einen anderen Namen zu geben, könnte man ihn ‚Chuck Berry‘ nennen“ – in diese einfachen Worte fasste kein geringerer als John Lennon den Mythos Chuck Berry. Mit Songs wie „Maybellene“, „Roll Over Beethoven“, „Memphis Tennessee“ oder „Johnny B. Goode“ kreierte Berry Mitte der 50er Jahre nahezu im Alleingang den Rock’n’Roll, und als er am 18. März 2017 im Alter von 90 Jahren starb, nahm die letzte der großen Musiklegenden dieser Zeit ihren Abschied von der Bühne. Und das ist mehr als nur eine Metapher: Bis in die 90er hinein hatte Berry jedes Jahr an die hundert Konzerte gespielt, zuletzt stand er an Silvester 2011 mit 84 Jahren auf der Bühne. Klar waren die Finger zuletzt nicht mehr so schnell wie zu Beginn seiner Karriere, und die Knie machten den berühmten „Duck Walk“, mit dem er zu seinen bluesigen Soli über die Bühne watschelte vermutlich auch nicht mehr mit – aber Berry blieb bis zuletzt ein Show Man allererster Güte.

Neben seiner genialen Verbindung von Blues und Country, der Einführung der E-Gitarre als Solo-Instrument und seinen Entertainer-Qualitäten besteht sein musikalisches Verdienst vor allem im Songwriting. Berry sang zu einem jugendlichen Publikum über typische Teenager-Probleme und Erfahrungen, und er tat dies nicht von oben herab, sondern mit Esprit, Humor und einer guten Spur Auflehnung gegen die steife Welt der Erwachsenen. Bei ihm wurden Songs zum ersten Mal kleine Geschichten mit cleveren Pointen, etwa, wenn sich in „Memphis Tennesse“ erst in der letzten Zeile herausstellt, dass die vom Sänger so schmerzlich vermisste „Marie“ nicht etwa seine große Liebe, sondern ein sechsjähriges Mädchen ist, oder wenn in „No Particular Place To Go“ am Ende ein romantischer Roadtrip mit der Freundin im neuen Auto zum Desaster wird, weil sich der Sicherheitsgurt nicht mehr lösen wird – es waren Songs wie diese, umrahmt von den ikonischen Gitarrenriffs, die die Beatles oder die Rolling Stones dazu inspirierten, sich selbst als Songwriter zu versuchen, und ihre eigene Welt in ihren Geschichten zu erschaffen; es waren diese Songs, wegen denen Bob Dylan Chuck Berry den „Shakespeare des Rock’n’Roll“ nannte, und wegen denen Leonard Cohen einmal sagte: „Wir sind alle nur Fußnoten in den Worten von Chuck Berry.“

Zu seinem 90. Geburtstag im Herbst 2016 hatte Chuck Berry noch ein neues Album angekündigt, das 2017 erscheinen soll: „Chuck“, das erste Berry-Album mit neuen Songs seit neununddreißig Jahren. Man darf gespannt sein auf dieses ganz besondere Vermächtnis.


High End 2016 bricht Rekorde

18. Mai 2016

Vom fünften bis zum achten Mai war DaCapo wieder einmal zu Gast auf der High End in München. Die Messe brach in diesem Jahr einen Rekord: erstmals kamen über 7.000 Fachbesucher, was einen Zuwachs von 7% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Bemerkenswert ist auch der hohe Anteil von Fachbesuchern aus dem Ausland: 64% kamen aus dem europäischen Ausland oder sogar von Übersee. Die am meisten vertretenen Nationen waren dabei Großbritannien, Italien, Schweiz, Niederlande, Österreich und Frankreich sowie USA, Kanada und China. Auch unter den Ausstellern war die Internationalität hoch, mehr als 60% waren ausländische Anbieter.

Der Publikumsfreitag war der besucherreichste Tag, insgesamt strömten rund 20.000 Besucher zum MOC-Gelände in München. Um das Gelände hatten sich im Vorfeld einige Gerüchte gerankt: so wurde ein möglicher Abriss der MOC-Gebäude vermutet, vielleicht weil ein Bayerisches Motoren-Werk ein Grundstück in nächster Nachbarschaft gekauft hatte. Der Geschäftsführer der High End dementierte dieses Gerücht bei der Pressekonferenz am Donnerstag offiziell und sicherte zu, dass die High End das Gelände für viele Jahre im Voraus gesichert habe.

Auch das Interesse der Medien war wieder hoch: so besuchten 516 nationale und internationale Journalisten die Messe und gewährleisteten damit eine breite Berichterstattung. Für die Besucher war mit dem abwechslungsreichen Rahmenprogramm dieses Jahr auch viel geboten: Live-Darbietungen, Vorträge sowie die neu eingerichtete “Hörbar” mit verschiedenen Kopfhörersystemen zum direkten Vergleichshören rundeten das Ausstellerangebot ab. Auch die Mehrkanal-Audio-Vorführungen und die Technologiebühne mit Vorträgen zu beispielsweise Klangoptimierung und 3D-Audiotechnologie fanden großen Anklang.

Insgesamt verzeichnete die High End in den Sparten “Ausstellungsfläche”, “Aussteller”, “Akkreditierte Journalisten” und “Fachbesucher” einen Zuwachs und betonte damit erneut ihren Status als zentrale Fachmesse für Hörgenuss weltweit. Im Jahr 2017 wird die High End vom 18. bis 21. Mai ihre Tore im MOC für die Hörliebhaber öffnen. Bis dahin frohes Warten!


Axl Rose singt für AC/DC

24. April 2016

Überraschung? Nicht ganz, schon im März entstand das Gerücht, dass Axl Rose als Sänger für Brian Johnson einspringen könnte. Nun ist es offiziell: nachdem Johnson die Tournee für sich beendet hatte, um sein Gehör zu schonen, steht nun Rose als offizieller “Lückenfüller” (oder mehr?) fest. Ärzte hatten Brian Johnson gewarnt, dass er es eventuell verlieren könne, wenn er weiter mit der Band singt und tourt.

Nachdem schon Malcolm Young wegen seiner Demenzerkrankung die Band verlassen hatte, verlieren die australischen Kult-Rocker mit Brian Johnson ein weiteres altgedientes Mitglied. Zwar ist zwischenzeitlich für die laufende Tournee (u.a. mit einem geplanten Konzert in Leipzig am 1. Juni) mit Axl Rose für Ersatz gesorgt, aber der Sound wird natürlich nicht derselbe sein.

Das Echo ist geteilt: Axl Rose kennt das Business, hat er doch mit Guns N Roses große Erfolge gefeiert und das Genre des Hardrock maßgeblich geprägt. Auf der anderen Seite ist er für Ausrutscher und mitunter recht unzivilisiertes Verhalten bekannt: so begann er bei einem Konzert schon einmal eine Schlägerei mit einem Zuhörer oder griff bei der Intonation gehörig daneben. Es bleibt abzuwarten, wie sich Rose als Teil von AC/DC präsentieren wird. Damit bleibt es wenigstens spannend…AC DC Dresden Ostragehege, guns_22


High End 2016

10. April 2016

Auch dieses Jahr wird Da Capo Records wieder mit einem Stand vertreten sein, wenn das MOC in München vom 5. bis 8. Mai seine Pforten für die 35. High End Messe öffnet. Zum mittlerweile 35. Mal wird in vier Hallen Audio-Unterhaltungselektronik der besten Sorte ausgestellt. Dazu zählen edle Stereoanlagen im Holzgehäuse ebenso wie Plattenspieler für Audiophile.

Da Capo gehört auf der High End zu den wenigen Ausstellern, die tatsächlich Tonträger anbieten, ohne die sämtliche Wiedergabegeräte ja überflüssig wären. Jedes Jahr kommen regelmäßige High End Besucher gezielt zu Da Capo, während ein anderer Teil der Besucher spontan vom “echten” Vinyl begeistert ist und am Stand hängen bleibt. Zusätzlich zu Vynil wird unser Stand auch dieses Jahr wieder CDs namhafter Labels und Vinyl-Zubehör anbieten. Neben der breiten Musik-Auswahl stehen den werdenden Kunden natürlich auch unsere fachkundigen Verkäufer mit Sang und Klang zur Seite.

Wir von Da Capo freuen uns schon, Stamm- und werdende Kunden in 24 Tagen (genauer Countdown hier http://www.highendsociety.de/index.php/high_end_moc.html ) in München begrüßen und mit unseren Produkten beglücken zu dürfen! Bis dann!